zurück

 

Bangala Märchen vom Nilpferd und Krokodil

 

Ursprünglich waren Nilpferd und Krokodil die fürchterlichsten Feinde, die sich einander auf Schritt und Tritt bekriegten. Während das gefräßige Krokodil die arglos im Ufersande spielenden Nilpferdkinder angriff, benützte das Nilpferd das Mittagsschläfchen seines gefährlichen Nebenbuhlers, um sich tückisch anzuschleichen und ihm mit seinen tödlichen Hufen den Garaus zu machen, bis endlich das schlaue Krokodil, des ewigen Kampfes müde, dem Nilpferd folgenden Vorschlag machte:

"Raum für uns beide hat diese Erde. Ich erkenne deine Oberhoheit als unumschränkter Herrscher über diese Gewässer an und ziehe mich in mein Reich auf Sandbänken und in die Moräste zurück. Ich will von nun an dir und deinen Kindern, wenn ihr Gras und Schilf meiner Domänen fressen kommt, nichts mehr zuleide tun unter der einen Bedingung, daß du dafür alle Kanus der Eingeborenen, die dein Reich befahren, zum Sinken bringst, so daß auch ich mich an Menschenfleisch sättigen kann. Im Austausch gegen diesen Dienst überlasse ich dir und den Deinen meine Prärien und Sümpfe, in denen du ungestört weiden und schlafen kannst."

Das Nilpferd war mit dem Vorschlag wohl zufrieden und ist seither der erbittertste Feind des Menschen, dem es im Wasser nachstellt und ihn seinem Freund, dem Krokodil, ausliefert.

Quelle: Kongo Erinnerungen, Konsul Paul Landbeck, 1923, August Scherl G.m.b.H., von rado jadu 2000.

webmaster