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Der Krieg in den Kolonien


 

Südwestafrika hatte eine im wesentlichen aus Weißen bestehende und berittenen Schutztruppe, die vor dem Kriege aber nur noch rund 1 600 Mann stark war. Sie konnte auch durch Einbeziehung der Landespolizei und Aufgebot der wehrfähigen Bevölkerung auf nicht mehr als 6 000 Mann gebracht werden. Mit diesen geringen Kräften, ohne genügend Artillerie, fast ohne Kraftwagen und mit nur zwei Flugzeugen mußte ein Gebiet fast doppelt so groß wie Deutschland gedeckt werden.

Die Hoffnung, dass ein großer Burenaufstand im Britischen Südafrika unseren Widerstand stark unterstützen würde, erfüllt sich nicht. Nur wenige Burenführer treten auf unsere Seite. Ihre Truppe ficht z.T. von vorneherein nur mit halben Herzen, und ihre Masse läßt uns sehr bald die Kapitulation von Upington (31.01.15) im Stich. Dagegen stellt die englandfreundliche Unionsregierung Louis Botha zur Eroberung der Kolonie ein mit allen Hilfsmitteln ausgerüstetes Heer auf, das schließlich auf 60 000 Mann mit 12 000 Kraftwagen anwächst.

Eine Sicherung aller Grenzen ist natürlich unmöglich. Da der Angriff von der Unionsgrenze her am wahrscheinlichsten ist, werden hinter schwachen Sicherung gegen die Küste und den Oranjefluß die Hauptkräfte der Schutztruppe im Süden der Kolonie versammelt.

19.9.1914
Nachdem sie schon am 19.9 Lüderitzbucht besetzt hatten, überschreiten am 26.9 die Unionstruppen die Südgrenze, holen sich aber alsbald bei Sandfontein eine schwere Schlappe.
25.10
Die Ermordung eines deutschen Bezirksamtmanns im portugiesischen Fort Naulila am 19.10 macht eine Strafexpedition nach Angola nötig. Naulila wird am 18. Dezember genommen, worauf die Hauptkräfte alsbald wieder nach Süden marschieren, während kleinere Unternehmungen gegen die Portugiesen noch bis Anfang Februar 1915 fortgehen.
9.11

Der Kommandeur der Schutztruppe, Oberstleutnant von Hendebreck, fällt einem Unglücksfall zum Opfer. Den Befehl übernimmt nun Oberstleutnant Franke.

 

1915

Bis Januar 1915 sind alle Häfen in englischer Hand. Ihre Verteidigung war von vornherein als aussichtslos aufgegeben worden.

Nun beginnen die Engländer von Walfischbucht gegen Windhuk und von Lüderitzbucht auf Keetmanskoop vorzurücken. Vor allem die Bedrohung unserer Flanke durch das vorgehen des Gegners von Walfischbucht aus, zwingt uns, ab 27.3 allmählich den Süden des Schutzgebietes zu räumen, wo inzwischen Aus der Mittelpunkt der Verteidigung geworden war. Ein Aufstand der Rehobothbastards erhöht noch die Schwierigkeiten einer Abwehr der gewaltigen feindlichen Übermacht.

12.5
Am 12.5 muß auch Windhuk geräumt werden. Die Schutztruppe weicht in Richtung Waterberg. Es soll nun versucht werden, im Norden - bei Otavifontein - in besfestigter Stellung erneut Widerstand zu leisten. Aber noch ehe die Stellungen ausgebaut sind, greift der Gegener wieder mit starker Übermacht an und wirft uns gegen Tsumeb und in das unfruchtbare Sandfeld.
9.7
Die Kräfte der um Korab an der Otavibahn zusammengedrängten Truppe sind erschöpft. Verpflegungsmöglichkeit für Mann und Pferd ist nun nicht mehr vorhanden. Gouverneur Seitz muß sich zur Übergabe der noch etwa 3 600 Mann starken Schutztruppe und des Schutzgebietes entschließen. Die aktive Truppe wird interniert. Die zum Kriegsdienst eingezogenen Siedler dürfen ihren bürgerlichen Berufen wieder nachgehen.

Quelle:

Der Weltkrieg, Cigaretten-Bilderdienst Dresden., von rado, © jadu 2000

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