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Kiautschou - Index

Der Krieg in den Kolonien

Kiautschou, Karolinen und Südseebesitzungen

1914
Japan, welches unser Eingreifen bei den Friedensschlüssen von Chimonoseki (1895) und Portsmouth (1905) nicht verziehen hatte, benutzte seinen Vertrag mit England als Vorwand, sich unserer blühenden Kolonie, Kiautschou und der für ihn wirtschaftliche, aber noch viel mehr militärisch wichtigen Marianen, Karolinen und Marshall Inseln zu bemächtigen
15.8
Am 15.8- stellt es ein bis zum 23.8 befristetes Ultimatum zur Räumung von Kiautschou. Es wird nicht beantwortet. Gouverneur Meyer-Waldeck setzt Tsingtau in Verteidigungszustand. Nur 3 000 Mann, wenige kleine Schiffe und ein Flugzeug stehen ihm zur Verfügung.
27.8
Eine starke japanische Flotte schließt den Hafen ab.
2.9
Bald beginnt der Feind mit der Landung starker Truppen und zahlreicher schwerer Artillerie auf neutralem chinesischem Gebiet. Allmählich wächst die Belagerungsarmee, zu der auch 1 000 Engländer treten, auf 63 000 Mann an. Ihr Vormarsch geht aber durch schlechtes Wetter nur langsam voran.
17.9
Erst am 17.9. kommen die Japaner in Gefechtsberührung mit unseren Vorfelsbesatzungen. Diese können sich, unterstützt durch Feuer der im Hafen liegenden Schiffe, darunter der österreichische Kreuzer "Kaiserin Elisabeth", noch eine Woche vor den Festungswerken halten.
28.9
Am 28.9 beginnt die Beschießung der Festung mit Schiffsartillerie. Unsere Batterien bekämpfen den Aufmarsch der Belagerer mit bestem Erfolg. Es wird auch immer wieder durch Ausfälle gestört.
Anfang Oktober
Ein erster Sturmversuch der Japaner scheitert mit einem Verlust von 2 000 Mann. Einer ihrer Kreuzer wird von "S 90" durch Torpedoschuß vernichtet.
31.10
Am 31.10 eröffnet die Belagerungsartillerie des Gegners auch an Land das Feuer. Werke, Stadt und Hafen leiden schwer. Die eigene Artilleriemunition beginnt knapp zu werden.
2.11
Ein zweiter Sturm der Japaner wird im letzten Augenblick abgeschlagen. Die Lage wird aber bedrohlich. Unsere Kriegsschiffe werden nach Erschöpfung ihrer Munition versenkt.
5.11
Ein dritter Sturm wird abgeschlagen, aber die Artilleriemunition ist nun auch an Land völlig verbraucht. So ist die Besatzung einem vierten Sturm nicht mehr gewachsen. Die Japaner brechen durch, ein Teil der Werke wird von ihnen genommen. Weiterer Widerstand unsererseits hätte nur noch zu unnützem Blutvergießen geführt. So werden Kapitulationsverhandlungen eingeleitet. Die Festung wird übergeben. Die Besatzung kommt in Kriegsgefangenschaft.
Auf den Marianen usw. konnten wir den Japanern keinen Widerstand leisten, weil militärische Kräfte nicht vorhanden waren. Die Inseln kommen mühelos in ihren Besitz. Auch unsere von Australien und Neuseeland angegriffenen Besitzungen in der Südsee fallen schnell in Feindeshand.

Quelle:

Der Weltkrieg, Cigaretten-Bilderdienst Dresden., von rado, © jadu 2000

Bilder des Krieges aus der Sicht der Japaner.

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