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Das ungleiche Paar

"Jan, ich will mit der Pferdekarre ausfahren, bringe das Paar Füchse von der Weide herein, die beiden Schwarzen laß draußen!"
So beauftragte ich meinen Bambusen, der ein pfiffiger Junge ist.
Nach einigen Stunden höre ich Pferdegetrappel und trete heraus aus der Wohnung. Es ist Jan mit den Pferden. Aber, zum Kukuck, der Bursche hat einen Fuchs und einen Rappen.
"Du dummer Kerl, du solltest doch ein gleiches Paar Pferde bringen. Sofort machst du Kehrt und bringst die richtigen. Treibe aber die Pferde beide hinaus, da eins allein schlecht und ungern läuft," so wettere ich auf Jan los.
Dieser steht und sieht mich ängstlich an, ohne eine Miene zu machen, meinem Befehle zu folgen.
Bange Ahnung im Herzen, rufe ich aus: "So sprich doch, Mensch, sind die Pferde weg, oder gar gestohlen?"
"O nein, Herr, das nicht, aber ich werde kein gleiches Paar finden. Die draußen auf der Weide sehen genau so aus wie diese hier."

Ein Spaßvogel

Dame: "Wie ich höre, Herr Schnatterer, waren Sie längere Zeit in Afrika. Haben Sie da auch Bekanntschaft mit Kannibalen gemacht?"
Herr Schnatterer: "Gnädiges Fräulein, auf Ehre, ich habe sogar eine Woche lang in einer ungeheuren Pfanne geschort, die nicht viel kleiner ist als das Großherzugtum Oldenburg!"
Dame (gruselnd): "Entsetzlich! Entsetzlich! Das übertrifft ja das Höllenfeuer!"
Herr Schnatterer (fortfahrend): "O, ich habe mich ganz wohl befunden in der ungeheuren Etoscha-Pfanne im Ovamboland!"

Das kranke Schaf

Einst war in Okahandja große Revision seitens des Bezirksarztes. Auch die Hereros kamen in Scharen, sich vom "Großdoktor" kurieren zu lassen. Selbst einige kranke Pferde führten sie vor. Gegen Abend stellt sich noch ein stattlicher Herero ein, der ein Fettschwanzschaf an einer Strippe mit führt. Des lieben Friedens halber läßt der Großdoktor auch diesen an die Veranda herantreten und sagt dem Dolmetscher, etwas ungeduldig und unwirsch, wie es seine Art war: "Frage was dem Schaf fehlt!"
Der Diener und Dolmetsch, ein genauer Kenner der Hereros, wird verlegen und sagt schließlich: "Herr, es ist der Sohn eines Häuptlings!"
"Was schert mich dies?" donnerte der Arzt los. "Ich will wissen, was dem Schaf fehlt."
Verschüchtert tritt der Diener an den ängstlich dreinschauenden Herero heran und flüstert: "Der Herr ist heute böse. Hast du gehört, was er spricht?"
"Nein, ich verstehe nicht Deutsch."
"O komm du lieber morgen, denn er sagte: "Frage, was dem Schaf fehlt." Doch er meint es nicht so, der Großdoktor, darum sei ihm nicht böse, er ist doch Soldat," erklärte in hastigen Worten der Dolmetsch.
Einige Sekunden stand der stolze Herero unvbeweglich, dann ging ein Wetterleuchten über seine braunen Züge. Voll Verachtung sah er den Diener an und sagte nun, den Großdoktor mutig anschauend: "Großherr, dem Schafe fehlt nichts, es ist ein Geschenk für dich. Und ich habe Brustschmerzen."
Der Herero hatte den Arzt verstanden.

Gut herausgeredet

Auf der Station Kraikluft stürmte eines Tages eine Schar kräftiger Paviane (Affen) an dem Posten vorbei. Der Posten hatte sie in der Aufregung für Hottentotten gehalten und alarmierte das Lager durch Schnellfeuer. Der Lagerbefehlshaber suchte, ehe er auf den Feind feuern ließ, das Gelände mit dem Fernglase ab und entdeckte, daß der Feind aus einem Schwarm Paviane betsand.
Schimpfend suchten die aus ihrer Ruhe aufgeschreckten Soldaten ihr Lager wieder auf, als nach einiger Zeit wieder Schüsse zu hören waren. Der Befehlshaber eilte allein zum Posten und rief: "Warum schießen Sie denn schon wieder?" — "'s waren halt wieder Hottentotten mit Schwänzen da!" antwortete der Brave, der noch rechtzeitig genug seinen wiederholten Irrtum eingesehen hatte.

 

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