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Das Zeitungswesen in den deutschen Schutzgebieten

 

Mit der Entwicklung und Ausbreitung des geselligen und wirtschaftlichen Lebens in den deutschen Schutzgebieten hat sich das Bedürfnis nach publizistischen Organen in denselben herausgestellt und zur Begründung von Zeitungen und auch von Zeitschriften geführt, welche den öffentlichen wie den Privatinteressen der nicht eingeborenen Bevölkerung dienen und diese zu fördern suchen. Naturgemäß ist die Verbreitung dieser Blätter von der Stärke der weißen Bevölkerung abhängig gewesen und hat mit dem aufblühenden deutschen Erwerbsleben immer mehr Boden gewonnen. Mit der Mannigfaltigkeit der erwachenden Interessen ist auch die publizistische Bedeutung der einzelnen Blätter gestiegen, und sie haben größere oder kleinere Leserkreise gefunden. So finden wir in denn in den räumlich größeren Kolonien auch eine größere Anzahl von Zeitungen, bezüglich erscheinen dieselben in stärkeren Auflagen als in den kleineren Schutzgebieten.

Demgemäß erscheinen in Südwestafrika, das die meisten Europäer hat (gegen 7000), die meisten deutschen Zeitungen, nämlich:

1. Die "Deutsch-Südwestafrikanische Zeitung" in Swakopmund, erscheint wöchentlich zweimal.
2. Die "Windhuker Nachrichten," unabhängige Zeitung mit einer Beilage, der Farmer, Mitteilungen über Farm, Garten, Landwirtschaft, Bergbau, erscheint wöchentlich zweimal in Windhuk.
3. Die "Lüderitzbuchter Zeitung", erscheint wöchentlich einmal in Lüderitzbucht.
4. Das "Amtsblatt" für das Schutzgebiet Deutschsüdwestafrika, herausgegeben vom Kaiserlichen Gouvernement, erscheint am 1. und 15. jeden Monats in Windhuk.

Zu Deutschostafrika (3400 Europäer):

1. "Deutsch-Ostafrikanische Zeitung" mit den Beilagen "Amtliche Anzeigen für Deutschostafrika" und "Ostafrikanische Pflanzen," Zeitschrift für tropische Kultur und koloniale Volkswirtschaft, erscheint zweimal wöchentlich mit Illustrationen in Daressalam.
2. "Deutsch-Ostafrikanische Rundschau," mit den beilagen "Amtlicher Anzeiger für Deutschostafrika", herausgegeben vom Kaiserlichen Gouvernement von Deutschostafrika, und "Der Pflanzer", Ratgeber für tropische Landwirtschaft, herausgegeben vom Biologisch-Landwirtschaftlichen Institut Amani, erscheint wöchentlich zweimal in Daressalam.
3. "Usambara-Post," Organ für die wirtschaftlichen Interessen von Deutschostafrika, und "Küstenbote vom Norden", erscheint einmal wöchentlich in Tanga.
4. "Amtliche Anzeigen für den Bezirk Moschi", erscheint in zwangloser Folge.

In Kamerun (ca. 1000 Europäer)

1. "Amtsblatt für das Schutzgebiet Kamerun", herausgegeben vom Kaiserlichen Gouvernement für Kamerun, erscheint am 1. und 15. jeden Monats in Buea.

In Togo (ca. 400 Europäer)

1. "Amtsblatt für das Schutzgebiet Togo", herausgegeben vom Kaiserlichen Gouvernement von Togo, erscheint jeden Sonnabend in Lome.

In Neuguinea:

1. "Amtsblatt für das Schutzgebiet Neuguinea", herausgegeben vom Kaiserlichen Gouvernement von Neuguinea, erscheint am 1. und 15. jeden Monats in Buea.

In Samoa:

1. "Samoanisches Gouvernements Blatt", herausgegeben vom Kaiserlichen Gouvernement von Samoa, erscheint in zwangloser Folge in Apia.
2. "Samoanische Zeitung", erscheint jeden Sonnabend in Apia.

In Kiautschou:

1. "Amtsblatt für das deutsche Kiautschou-Gebiet", herausgegeben vom Kaiserlichen Gouvernement daselbst, erscheint in Tsingtau.
2. "Kiautschou-Post", Wochenblatt für die deutschen Interessen im fernen Osten.
3. "Tsintauer Neueste Nachrichten". erscheint täglich in Tsingtau.

Quelle: von Major v. Stranz, Kolonial Kalender 1909, Köhler Verlag, von rado jadu 2000

 

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